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Fachtag und Mitglieder-
versammlung des bvkm 2010
"Frauenwelten - Männerwelten" in Köln
Dokumentation: Patientinnen und Patienten mit geistiger und mehrfacher Behinderung im Krankenhaus
Neue Broschüre: Kinder mit CP I - Eine Einführung
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Mit der Förderung und Betreuung von Menschen mit cerebralen Bewegungsstöungen sind die verschiedensten Fachdisziplinen und Institutionen befaßt: Medizin, Psychologie, Soziologie, Pädagogik etc. In diesen Bereichen haben sich Fachsprachen ausgebildet, die für den Laien oft nicht nachvollziehbar sind. Die folgenden Stichworte sind keinesfalls umfassend. Sie sollen der ersten Orientierung dienen. Die durchaus unsystematische Auswahl ergibt sich aus der Häufigkeit ihrer Verwendung und vermutetem Erklärungsbedarf.
Abstraktionsleistung,
Ataxie,
Athetose,
Autismus, autistisches Verhalten
Basale Stimulation,
Beratung,
Bewegungserleichterung,
BLISS,
Bobath-Konzept,
Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte,
Bundessozialhilfegesetz
Cerebral,
Cerebrale Bewegungsstörungen,
Cerebrale Krampfanfälle
Defizit,
Diagnose,
Diagnostik,
Dyskinesien
Entwicklungsalter,
Entwicklungssequenz,
Epilepsie,
Ergotherapie
Fachkräfte,
Flexibilität,
Frühförderung
Gutachten
Hippotherapie,
Hypertonie,
Hypotonie
Intelligenz,
Intelligenzquotient,
Interaktion,
ISAAC
Kommunikation
Logopädie
Mehrfachbehinderung,
Minimale cerebrale Dysfunktion/Teilleistungsschwächen
Normierung
Orthopädie
Parese/Plegie,
Perzeptionsstörungen,
Physiotherapie,
Prognose
Schulen: Allgemeine Schulen, Regelschulen,
Sensomotorik,
Spastik,
Syndrom
Vojta-Methode
Für ein Kind sind Erleben und Erfahren zunächst unmittelbar und sinnenhaft. Puppe ist die Puppe, die das Kind in der Hand hält und sieht. Im Verlauf der Entwicklung kann es sein Wissen aus der direkten, sinnenhaften Erfahrung lösen. Puppe wird zum Begriff für alle Puppen. Tisch ist dann nicht nur der Tisch in der Küche, den das Kind genau kennt, sondern auch der Tisch im Wohnzimmer der Nachbarn oder ein Tisch auf einem Bild. Abstraktionsleistungen sind möglich, wenn das Kind genügend sinnenhafte Erfahrungen machen konnte.
(griech.: "taxis" = Ordnung)
Diese Bewegungsstörung ist durch schlechte Bewegungskoordination und schlechtes Gleichgewicht gekennzeichnet. Die Muskelspannung ist niedrig. Die Ziel- und Richtungssicherheit der Bewegungen ist gestört. Der Einsatz von Wirk- und Gegenwirkmuskel (Agonist/Antagonist) ist besonders gegen Ende eines Bewegungsablaufs gestört.
(griech.: "ohne feste Stellung")
Diese Bewegungsstörung ist durch unwillkürlich unregelmäßige langsame, wurmförmig verkrampfte Bewegungen gekennzeichnet, bei denen die Muskelspannung erhöht ist. In Ruhe ist die Muskelspannung niedrig (vgl. Hypotonie). Die Athetose gehört zu den Dyskinesien.
Veränderungen in Aufnahmen und Verarbeitung von Wahrnehmungen (Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken) mit großer Schutzbedürftigkeit. Kontaktaufnahme und Kontaktgestaltung sind außerordentlich erschwert. Rückzug in sich selbst wird häufig beobachtet. Oft fallen ständig wiederholte Bewegungen oder Handlungen auf (Stereotypien). Mit ihnen versuchen Betroffene sich selbst zu helfen.
Pädagogische Methode zur Förderung schwerbehinderter Kinder. Die seit den 70er Jahren von Andreas Fröhlich entwickelte Methode zielt darauf ab, den Kindern über elementare Wahrnehmungsangebote Kontaktmöglichkeiten mit ihrer Umwelt zu erschließen und damit Lernprozesse anzubahnen.
Kinderneurologische und sozialpädiatrische Zentren sind Anlaufpunkte für die Beratung in medizinischen Fragen und Fragen zur Frühförderung. Anschriften sind über den Bundesverband bzw. über Gesundheitsämter erhältlich. Erfahrungsaustausch unter betroffenen Eltern bieten unsere Ortsvereine. Die Behindertenverbände und die Bundesregierung geben zahlreiche Beratungsführer zu verschiedenen Themen heraus.
Kinder mit ausgeprägten cerebralen Bewegungsstörungen brauchen für alltägliche Tätigkeiten Hilfen: beim Essen und Trinken, beim Spielen, beim An- und Ausziehen usw. Bewegungserleichterung hilft ihnen, Bewegungen auszuführen und ihr Bewegungskönnen weiterzuentwickeln. Möglichkeiten der Bewegungserleichterung werden vor allem in der neurophysiologischen Entwicklungsbehandlung nach Bobath erarbeitet.
Kommunikationsmethode für nichtsprechende Körperbehinderte auf der Basis von Symbolen, zu der Charles Bliss in den 40er Jahren den Anstoß gab. Anders als Buchstaben, die einzeln ohne Bedeutung sind, haben Bliss-Symbole unmittelbaren Bezug zur Realität, die sie darstellen (Wellenlinie = Wasser). Wir überwachen die Weiterentwicklung der Methode und ihrer Einsatzmöglichkeiten (z.B. mit Computern) im deutschsprachigen Raum.
Ganzheitliches Konzept zur Behandlung von Menschen mit cerebralen Bewegungsstörungen, das von Berta und Karel Bobath entwickelt wurde. Es umfaßt Maßnahmen der Physiotherapie, der Ergotherapie und der Logopädie. Hauptziele: Vermittlung funktionell brauchbarer Fähigkeiten; systematische Vorbereitung in kleinen Schritten auf dieses Ziel; Förderung der motorischen, geistigen, sprachlichen, sozial-emotionalen Entwicklung; vorausplanende Maßnahmen zur Vermeidung von Sekundärschäden.
(BAGH)
Zusammenschluß von verschiedenen behinderungsspezifischen Verbänden im Bereich der Behindertenhilfe. Der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte ist Gründungsmitglied der BAGH.
(BSHG)
Das Gesetz regelt Hilfen für Menschen, die sich in einer materiellen Notlage nicht selbst helfen können, sofern sie keinen Anspruch gegenüber Dritten haben. Dazu gehören die "Hilfe zum Lebensunterhalt" und die "Hilfe in besonderen Lebenslagen". Zur "Hilfe in besonderen Lebenslagen" gehören u.a. die Eingliederungshilfe, Blindenhilfe, Hilfe zur Pflege, Krankenhilfe.
(lat.)
das Gehirn betreffend
Cerebrale Bewegungsstörungen können nach frühkindlichen Hirnschädigungen z.B. durch Sauerstoffmangel oder Gehirnblutungen entstehen. Auch eine schwere Verletzung (Schädel-Hirn-Trauma) kann cerebrale Bewegungsstörungen zur Folge haben. In seltenen Fällen sind schwere Gehirnerkrankungen die Ursache. Cerebrale Bewegungsstörungen sind gekennzeichnet durch Veränderungen in der Muskelspannung und bei der Bewegungskoordination. Alle Teile des Körpers können betroffen sein. Alle Bewegungsabläufe können erschwert sein: Fortbewegung ebenso wie Bewegungen der Arme und Hände und Sprechen. Bei der Spastizität ist die Muskelspannung zu hoch. Daher ist das Bewegungsausmaß gering. Bei der Athetose schwankt die Muskelspannung stark. So kommt es zu ausfahrenden, schwer kontrollierbaren Bewegungsabläufen. Bei der Ataxie ist die Muskelspannung niedrig und schwankend. Betroffene haben besonders Schwierigkeiten mit der Feinaussteuerung von Bewegungen. Bei manchen Kindern liegt eine Hypotonie vor, eine ständig zu niedrige Muskelspannung mit der entsprechenden Erschwerung aller Bewegungsabläufe. Besonders häufig sind Mischformen aus Spastizität und Athetose sowie Spastizität und Ataxie. Gemeinsam ist allen Formen, daß die willentliche Anstrengung die jeweils vorliegende Bewegungsstörung verstärkt. Daher brauchen Betroffene krankengymnastische Behandlung, ggf. auch Beschäftigungstherapie und Sprachheilbehandlung mit besonderen neurophysiologischen Methoden. Bei cerebralen Bewegungsstörungen sind Störungen der Sprechbewegungen häufig. Von einer Dysarthrie spricht man dann, wenn das Sprechen durch die Bewegungsstörung schlechter verständlich ist. Betroffene können nicht alle Laute richtig bilden. Eine Anarthrie liegt bei extrem ausgeprägten Bewegungsstörungen vor, wenn eine Verständigung mit gesprochener Sprache nicht möglich ist. Das Sprachverständnis wird durch eine Dysarthrie oder Anarthrie nicht beeinträchtigt. Bei Kindern mit cerebralen Bewegungsstörungen kommen auch sogenannte Mehrfachbehinderungen vor. Durch eine schwere Hirnschädigung kann es gleichzeitig zu einer Bewegungsstörung und zu einer Beeinträchtigung der Intelligenzentwicklung kommen. Schwerstbehinderung ist das gleichzeitige Vorliegen extrem schwerer cerebraler Bewegungsstörungen und außerordentlicher Entwicklungserschwerungen in allen Bereichen.
(Epilepsie)
Besonders die Gruppe schwerer behinderter Patienten leidet nicht selten unter epileptischen Anfällen. Oft ist ein "Herantasten" an die geeignete Medikamentenkombination und deren jeweilige Dosierung nötig.
Mangel, Fehlendes; hier auch: weniger Entwicklungsfortschritte als bei gleichaltrigen Kindern.
Cerebrale Bewegungsstörungen sind in schweren Fällen vom erfahrenen Kinderarzt schon zum Ende des zweiten Lebensmonates, in leichteren Fällen bis Ende des ersten Lebensjahres festzustellen. Früherkennung und früh einsetzende Förderung können die Gesamtentwicklung des Kindes positiv beeinflussen. Vorsorgeuntersuchungen sind daher für alle Kinder wichtig, besonders für sogenannte "Risiko-Kinder".
Kinder in ihrer Entwicklung sehen und verstehen, Förderung erleichtern. Es gibt unterschiedliche Richtungen und Sichtweisen in der Diagnostik. Häufig ist Diagnostik heute noch defizitorientiert. Dann wird hauptsächlich nach Abweichungen von einer altersentsprechenden Entwicklung gesucht. Ziel ist die Normalisierung der Entwicklung mit Training von Schwächen und Verringerung der Abweichungen in der Entwicklung. Die Defizitorientierung erweist sich gerade in der Arbeit mit behinderten Kindern zunehmend als problematisch. Die starke Fremdbestimmung der Kinder in der Förderung, die mit dieser Ausrichtung verbunden ist, wird nicht selten selbst zum Entwicklungshindernis für die Kinder. Daher wird heute zunehmend häufiger mit einem anderen Schwerpunkt gearbeitet. Die Diagnostik orientiert sich dann mehr am Können (an den Kompetenzen) eines Kindes und unterstützt die ihm mögliche Entwicklung. Verstehen spielt in der kompetenzorientierten Diagnostik eine große Rolle.
(lat.: "fehlerhafter Bewegungsablauf")
Zu diesen Störungen des Bewegungsablaufs gehören auch die unterschiedlichen Formen der Athetose. Diese Bewegungsstörungen sind gekennzeichnet durch unwillkürliche Bewegungen, die langsam, wurmförmig oder auch ausfahrend und ruckartig sein können.
Vergleicht man bei einem Test die Entwicklung eines Kindes mit der durchschnittlichen Entwicklung gleichaltriger Kinder, kann man die Entwicklungsleistungen des getesteten Kindes als Entwicklungsalter (EA) ausdrücken. Hat ein Kind schon mehr Fähigkeiten entwickelt als der Durchschnitt der Altersgruppe liegt sein EA über seinem Lebensalter (LA). Ist die Entwicklung im Vergleich zur Altersgruppe verzögert, liegt das EA unter dem LA.
Grundlegende Entwicklungen von Fähigkeiten haben typische Abläufe: Entwicklungssequenzen. So verfügt das neuralgisch gesunde Kind z.B. nach seiner Geburt hauptsächlich über Bewegungen und Haltungen mit Beugung. Streckung entwickelt sich nach der Geburt zunehmend. Im zweiten Lebenshalbjahr entwickelt das Kind als dritte Bewegungskomponente die Drehung (Rotation) - zunächst in der Grobmotorik, dann auch in der Feinmotorik. Beugung, Streckung, Rotation sind eine grundlegende Entwicklungssequenz für die Bewegungsentwicklung.
(vgl. Cerebrale Krampfanfälle)
(Beschäftigungstherapie)
Hat mehrere Schwerpunkte: Einerseits die Erreichung einer größtmöglichen Selbständigkeit des Patienten im Alltagsleben sowie die Bereitstellung der Hilfsmittel dafür, andererseits die gezielte Behandlung von Wahrnehmungsstörungen und damit die erfolgreiche Erfassung der Umwelt.
Im vorliegenden Text sind damit alle Fachleute gemeint, die nach abgeschlossener Ausbildung an der Förderung des Kindes beteiligt sind: Arzt, Krankenschwester, Krankengymnast, Beschäftigungstherapeutin, Sprachheil-Lehrer, Psychologin, Sonderschullehrer, Erzieherin usw.
Wendigkeit, Anpassungsfähigkeit, Beweglichkeit.
Frühbehandlung und Frühförderung sollten das Ziel verfolgen, das Kind durch geeignete Maßnahmen zu befähigen, eine seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten gemäße Lebensform und Lebensstellung zu finden. Medizinische, pädagogische, psychologische und soziale Maßnahmen sind als unmittelbar zusammenwirkende Komponenten einer ganzheitlichen Förderung zu sehen. Auch die Familie sollte einbezogen werden, jedoch ohne sie auf die Rolle von Co-Therapeuten zu reduzieren.
Beschreibung, Erklärung und Diskussion von Befunden, die erhoben wurden, um eine ganz bestimmte Frage zu klären, oder um eine Empfehlung zu begründen. Gutachten sind z.B. erforderlich, wenn ein Kind in der Schule eine zusätzliche sonderpädagogische Förderung braucht. Auch bei gerichtlichen Verfahren können Gutachten erforderlich werden z.B. bei der Frage, welche Entwicklung ein Kind bis zu einem bestimmten Zeitpunkt tun konnte oder wenn es darum geht, welche Entwicklungsschwierigkeiten nach einer schweren Trauma auftraten.
(griech. "hippos" = Pferd)
Behandlungsmethode, die das Pferd als therapeutisches Medium, als Heilmittel, einsetzt.
Erhöhte Muskelspannung z.B. bei Spastik.
(griech.: "tonos" = Spannung)
Herabgesetzte Muskelspannung z.B. bei Athetose und Ataxie.
Denken, geistige Leistungsfähigkeit, Verstehen von Zusammenhängen, zweckvolles Handeln; Verstehen und Einordnen von Wahrnehmungen und Erfahrungen; Verstehen und Umgang mit Sprache, mit Zeichen, Formen, Symbolen, Mustern, Mengen, Zahlen, mathematischen Aufgaben usw. Die Entwicklung der Intelligenz wird durch den genetischen Code ermöglicht. Gleichzeitig spielen Erfahrungen und Sozialkontakte bei der Entwicklung der Intelligenz eine besondere Rolle.
(IQ)
Bei einer Reihe von Intelligenztests kann das Ergebnis in Zahlen ausgedrückt werden. Die Bewertungen der Lösungen aus den verschiedenen Aufgabenreihen werden mit Hilfe von Tabellen zum Intelligenzquotienten zusammengefaßt. Ein normal-durchschnittliches Ergebnis liegt etwa zwischen IQ 90 und 110. Eine Lernbehinderung wird meist angenommen bei einem IQ zwischen 70 und 65, eine geistige Behinderung bei einem IQ unter 65. Da bei Tests auch subjektive und situative Gegebenheiten für das Ergebnis eine Rolle spielen, werden solche Zuordnungen heute immer stärker problematisiert. In einigen Intelligenztests werden Testergebnisse nicht zu einem Intelligenzquotienten zusammengefaßt sondern als Prozentrang ausgedrückt. Dabei entspricht ein Prozentrang von 50 einer durchschnittlichen Intelligenz, ein Prozentrang von 25 einer unterdurchschnittlichen, ein Prozentrang von 75 einer überdurchschnittlichen Intelligenz. Es gibt Tests, bei denen Prozentränge von 25 und weniger nicht mehr interpretiert werden können, da es verschieden Gründe geben kann, warum ein Kind die Aufgaben nicht lösen konnte. Die Bedeutung des Intelligenzquotienten wird gerade bei Kindern mit Behinderungen oft überschätzt. Lebensqualität, Selbstwertbewußtsein, seelische Stabilität, Durchhaltevermögen, Motivation spielen für schulische Leistungen, für Berufs- und Lebensbewährung eine mindestens ebenso große Rolle.
aufeinander bezogenes Handeln von Menschen, miteinander Handeln, gemeinsames Tun
ISAAC ist ein Informations-, Forschungs- und Austauschforum für Fragen unterstützender Kommunikationssysteme für Nichtsprechende. Kernpunkt der Arbeit ist das Bemühen darum, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die normal hören, aber nicht oder nur sehr begrenzt lautsprachlich kommunizieren können, Alternativen bzw. Ergänzungen zur lautsprachlichen Kommunikation zu erschließen. Der merkwürdig erscheinende Name bezeichnet den deutschsprachigen Teil einer internationalen Vereinigung, nämlich der International Society for Augmentative (= die Lautsprache ergänzend) and Alternative (= die Lautsprache ersetzend) Communication, die ihren Sitz in Toronto, Kanada, hat. ISAAC führt regelmäßige Fortbildungs-Veranstaltungen zur Thematik der Unterstützten Kommunikation durch, gibt zweimal jährlich die Informationsschrift "ISAACs Zeitung" heraus und steht für individuelle Beratungen offen. ISAAC arbeitet eng mit dem Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. zusammen.
Verständigung zwischen Menschen mit sprachlichen Mitteln (mit Lauten, Wörtern, Sätzen, Texten) und mit nicht-sprachlichen Mitteln (Gesten, Gesichtsausdruck, Stimmklang, Bewegungen, Musik, Zeichnen...)
(= Sprachheilkunde)
Diagnostik und Behandlung von Funktionsstörungen von Stimme, Sprache und Sprechen. Um Sprechen zu lernen, muß ein Kind Lippen-, Kiefer- und Zungenbewegungen unabhängig voneinander durchführen können. Die logopädische Behandlung bei Kindern mit cerebralen Bewegungsstörungen versucht, frühzeitig Störungen beim Saugen, Trinken, Kauen und Schlucken zu vermindern bzw. abzubauen.
Ein Mensch kann eine Behinderung haben, zu der eine oder mehrere andere Behinderungen hinzukommen. Bei der cerebralen Bewegungsstörungen ist dies häufig der Fall. Beispiel: Körperbehinderung und Sehbehinderung und/oder mentale Behinderung. Verschiedene Behinderungen verstärken sich in ihren Auswirkungen wechselseitig.
(MCD)
Die Diagnose "MCD" verlangt den Nachweis einer eindeutigen minimalen cerebralen Bewegungsstörung (MCP = Minimale Cerebralparese). "Minimal" bedeutet, daß das Kind unter stressarmen Bedingungen praktisch unauffällig funktionieren kann, unter positivem und negativem Stress aber oft erhebliche Leistungseinbußen erleben muß. Von einer uninformierten und unsensiblen Umgebung wird es dann oft ungerecht behandelt. Verhaltensprobleme und psychische Schwierigkeiten können die Folge sein.
Für Tests, insbesondere für Intelligenztests gibt es Gütekriterien. Sie müssen an großen Kindergruppen durchgeführt und auf bestimmte Weise statistisch bearbeitet sein. Dabei müssen sie festgelegten Ansprüchen genügen. Nur so werden Vergleiche zwischen den Leistungen einzelner Kinder und dem Durchschnitt der Altersgruppe sinnvoll. Zur Normierung eines Tests gehören auch Richtlinien für die Durchführung und Auswertung.
(Lehre von Fehlbildungen und Erkrankungen der Bewegungsorgane)
Sowohl die operativen wie auch die nichtoperativen (Schienenbehandlung, Korsette etc.) Maßnahmen bezwecken eine - im Idealfall vorübergehende - Hilfestellung für die Haltungs- und Bewegungsaufgaben des Alltags. Orthopäden mit Erfahrung in der Behandlung cerebraler Bewegungsstörungen machen den Eltern immer wieder klar, daß die Eingriffe und Maßnahmen nichts an der Bewegungsstörung selbst ändern, sondern nur die statomotorischen Voraussetzungen bessern sollen.
griech.: "paresis" = Erschlaffung, "plegie" = Schlag
(Wahrnehmungsstörungen, sensorische Integrationsstörungen)
Sie treten bei vielen cerebralen Bewegungsstörungen in unterschiedlichem Schweregrad auf. Es gibt visuelle (Sehen), auditive (Hören), taktile (Tasten), kinästhetische (Empfinden der Eigenbewegungen und des Gleichgewichtssinns), osmische (Riechen) und gustatorische (Schmecken) Wahrnehmung.
(Krankengymnastik)
Behandlung von Krankheiten mit sogenannten natürlichen Mitteln (Wasser, Wärme, Kälte, Licht, Luft, Massage, Heilgymnastik, Elektrotherapie), insbesondere Bewegungstherapie, z.B. nach Bobath oder Vojta.
Aussage über künftige Entwicklungen
Allgemeine Schulen, Regelschulen werden eingerichtet für Kinder, die nach den Lehrplänen der Grundschule, Hauptschule usw. unterrichtet werden können. Normalerweise verfügen sie nicht über Möglichkeiten zusätzlicher Sonderpädagogischer Förderung für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Heute besuchen zunehmend auch Kinder mit Behinderungen solche Schulen. Werden bei diesen Kindern besondere Förderbedürfnisse festgestellt, können zusätzliche Förderstunden beantragt werden. Sie werden bewilligt, wenn der Schulträger dafür die entsprechenden Mittel hat. Eltern, deren behinderte Kinder Regelschulen besuchen, nennen häufig besondere Belastungen in diesem Zusammenhang. Meist müssen sie ihr Kind selbst zur Schule bringen und wieder abholen. Nicht selten werden Eltern behinderter Kinder auch zu Hilfeleistungen in der Schule herangezogen, wenn ihre Kinder persönliche Hilfe brauchen: auf der Toilette, im Schwimmbad, beim Sport, in der Pause, beim Unterrichtsgang. Integrationsklassen, Integrationsschulen bestehen in vielen Bundesländern. Das Angebot ist aber nicht flächendeckend. Entsprechende Klassen oder Schulen sind nur für einen Teil betroffener Kinder erreichbar. Sie sind für die gemeinsame schulische Förderung behinderter und nichtbehinderter Kinder eingerichtet und ausgestattet. Integrationsklassen oder -schulen haben fast immer mehr Lehrerstunden für die Kinder als Regelschulen. Die Lehrkräfte haben Erfahrung mit der Integration. Kinder bekommen ggf. spezielle Hilfen in der Förderung. Integrationsklassen und -schulen bestehen vor allem im Bereich der Grundschule und der Gesamtschule. Die Schule für Körperbehinderte ist eine Schule für Kinder mit Körperbehinderungen, die besondere Förderbedürfnisse haben. Sie können durch den Schweregrad der Bewegungsbehinderung bedingt sein oder durch Schwierigkeiten mit dem Sprechen und der Verständigung. Besondere Förderbedürfnisse können auftreten in Zusammenhang mit besonderen Belastungen in der Entwicklung oder durch Mehrfach- bzw. Schwerstbehinderungen. In der Schule für Körperbehinderte werden Kinder je nach Leistungsfähigkeit nach dem Lehrplan der Grundschule, der Hauptschule, der Schule für Lernbehinderte, der Schule für Geistigbehinderte gefördert. Schwerstbehinderte Schüler erhalten eine individuelle Entwicklungsförderung. In einigen Körperbehindertenschulen können Schüler auch Abschlüsse erreichen wie Mittlere Reife, Abitur, Abschluß der Handelsschule. Zu den Mitarbeitern der Körperbehindertenschule gehören: Sonderschullehrer, erzieherische, therapeutische und pflegerische Fachkräfte. Körperbehindertenschulen arbeiten mit Beförderungsunternehmen zusammen, die die Kinder zur Schule fahren und wieder nach Hause bringen. Körperbehindertenschulen sind überwiegend Ganztagsschulen. Einige haben angegliederte Internate. In einigen Bundesländern sind Körperbehindertenschulen mit Frühfürdereinrichtungen und Kindergartengruppen verbunden.
Die enge Verknüpfung und Abstimmung von Wahrnehmung und Bewegung.
Je nach Ausprägung der Bewegungsstörung weisen bei der Spastik die betroffenen Körperpartien infolge der zentralnervösen Fehlsteuerung zu starke Muskelspannung (vgl. Hypertonie) auf. In schweren Fällen ist sie dauernd der Fall. In allen Fällen ist sie abhängig von körperlicher, seelischer, geistiger Anspannung, positiver oder negativer Art. Nicht nur Wirkmuskeln, sondern auch Gegenwirkmuskeln (Agonisten/Antagonisten) sind betroffen. Dem Patienten gelingen daher bestimmte Bewegungsabläufe gar nicht oder nur mühsam und in "falscher" Form. Die heute kaum noch verwendete Bezeichnung "cerebrale Kinderlähmung" ist deshalb irreführend.
(griech.: "das Zusammenlaufen")
Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammentreffen verschiedener charakteristischer Symptome (Kennzeichen) ergibt.
Krankengymnastische Behandlungsmethode, die der Arzt Vaclav Vojta entwickelt hat. Bei der Therapie wird versucht, durch exakte Druckstimulation bestimmter Körperstellen und gleichzeitiger Kontrolle der Bewegungsantwort des Patienten durch den Therapeuten (Betreuer, Mutter) in Form genau definierter idealer Bewegungskomplexe ein im Zentralnervensystem durch klinische Beobachtung in Teilen erkennbares Haltungs-Steuerungssystem zu aktivieren.